Mac oder PC mit Grafikkarte für lokale KI? Drei Fragen entscheiden
Wer lokale KI im Betrieb will, landet schnell bei der Frage Mac oder PC mit Grafikkarte. Die Antwort hängt weder an der Marke noch am Preis, sondern an drei Fragen zur Aufgabe. Wer sie beantwortet, kauft das Richtige oder gar nichts.
Die Frage kommt in fast jedem Gespräch über lokale KI: Soll es ein Mac sein oder ein PC mit Grafikkarte? Meist steckt dahinter eine Vorliebe, die man schon hat. Für die Entscheidung ist das die falsche Grundlage. Es gibt drei Fragen, die wirklich zählen, und keine davon handelt von der Marke.
Bei uns läuft lokale KI heute auf einem Büroserver ohne brauchbare Grafikkarte und auf einem Laptop mit 4 GB Grafikspeicher. Unsere Messung vom Oktober 2026 zeigt den Kern dieses Artikels deutlicher als jedes Datenblatt: Ein Modell, das in die 4 GB passt, läuft auf dem Laptop dreimal so schnell wie auf dem Server. Ein grösseres Modell, das nicht hineinpasst, gewinnt fast nichts, weil der Prozessor den Rest tragen muss. Entscheidend ist also zuerst, ob das Modell in den Speicher passt, und erst danach, wie stark die Hardware ist. Die Zahlen stehen im Ollama-Benchmark.
Erst die Technik in einem Absatz
Ein Sprachmodell muss beim Antworten vollständig im Speicher der Recheneinheit liegen. Auf einem PC ist das der Grafikspeicher der Karte, VRAM genannt: 8, 12, 16 oder 24 GB. Beim Mac teilen sich Prozessor und Grafikeinheit denselben Speicher. Die Angabe «32 GB Arbeitsspeicher» ist dort zugleich die Angabe für die KI, abzüglich dem, was das System selbst braucht. Darum kann ein Mac mit 64 GB Modelle laden, für die ein PC eine teure Profikarte bräuchte. Dafür ist die Grafikkarte bei gleicher Modellgrösse meist schneller, weil ihr Speicher deutlich höhere Bandbreite hat.
Frage 1: Welche Modellklasse braucht die Aufgabe?
Das ist die wichtigste Frage, und sie ist von der Hardware unabhängig. Texte entwerfen, zusammenfassen und übersetzen funktioniert mit Modellen bis 8 Milliarden Parametern. Dokumente auswerten und eine interne Suche brauchen die 14B-Klasse mit viel Kontext. Agenten, anspruchsvolles Programmieren und die 27B- bis 35B-Klasse wollen 24 GB und mehr.
Daraus folgt die Speicherklasse, und erst daraus folgt die Hardware. Für die 8B-Klasse reicht ein Mac mit 16 GB oder eine 8-GB-Karte. Für die 14B-Klasse sind es 32 GB beim Mac oder 12 bis 16 GB Grafikspeicher. Für die 27B-Klasse und Agenten 64 GB beim Mac oder eine 24-GB-Karte. Unser Hardware-Rechner rechnet das für Ihren Anwendungsfall aus, mit Kontextlänge und Anzahl Personen.
Frage 2: Was läuft dauerhaft, was nur gelegentlich?
Hier trennt sich der Weg. Ein Modell, das den ganzen Tag im Hintergrund Dokumente liest oder als Agent Aufgaben abarbeitet, läuft auf einem Mac mini leise und stromsparend. Er steht ohnehin im Büro, braucht keinen lauten Lüfter und ist stromsparend. Für diese Art von Dauerbetrieb ist der Mac oft die ruhigere Wahl.
Wer dagegen gelegentlich grosse Mengen verarbeitet, zum Beispiel einmal im Monat tausend Belege, will Tempo. Dort gewinnt die Grafikkarte, weil die Speicherbandbreite das Antworttempo bestimmt. Und wer Bilder oder Videos erzeugen will, hat gar keine Wahl: Das bleibt die Domäne dedizierter NVIDIA-Karten. Viele Werkzeuge erscheinen zuerst für CUDA, manche nie für Apple.
Frage 3: Was steht schon im Haus?
Die billigste Hardware ist die, die schon da ist. Ein vorhandener Mac mit Apple-Chip und 16 GB trägt die 8B-Klasse brauchbar; mit Ollama und einem kleinen Modell ist der Test in einer halben Stunde erledigt und kostet nichts. Ein vorhandener PC mit einer 8-GB-Karte kann dasselbe. Erst wenn dieser Test zeigt, dass die Aufgabe eine grössere Modellklasse braucht, lohnt eine Anschaffung.
Beim Mac gibt es dabei eine Falle, die sich nachträglich nicht korrigieren lässt: Der Speicher wird bei der Bestellung festgelegt und ist nie aufrüstbar. Der Sprung von 16 auf 32 GB ist für lokale KI der wertvollste Aufpreis im ganzen Konfigurator, weil er die Dokumenten- und Suchklasse öffnet. Beim PC ist die Karte tauschbar, dafür muss eine neue Karte in Gehäuse und Netzteil passen.
Was es kostet, Stand Oktober 2026
Beim PC bestimmt die Karte den Preis:
- 8 GB (RTX 5060): ab rund CHF 310
- 12 GB (RTX 5070): ab rund CHF 500
- 16 GB (RTX 5060 Ti): ab rund CHF 420 bis 680, ab einem ähnlichen Preis wie die 12-GB-Karte und für lokale KI die bessere Wahl
- 24 GB gebraucht (RTX 3090): rund CHF 1'000 bis 1'200
- 32 GB neu (RTX 5090): ab rund CHF 3'500
Dazu kommt der Rechner drum herum. Beim Mac sind die Speicherstufen an den Chip gebunden: M6 mit 16, 24 oder 32 GB, M5 Pro mit 24, 48 oder 64 GB, Mac Studio darüber. Ein Mac mini M5 Pro mit 64 GB lag im Schweizer Handel bei rund CHF 3'000. Beide Zahlenreihen sind Stichproben, keine Angebote; die Kaufberatung Grafikkarte und die Kaufberatung Mac ordnen die Klassen im Detail ein.
Die kurze Antwort
- Texte, Transkription, Dokumentenarbeit im Dauerbetrieb, leise im Büro: Mac mit 32 GB, bei grösseren Modellen 64 GB.
- Tempo bei grossen Mengen, Bilder, Video, Feintuning, maximale Werkzeugauswahl: PC mit Grafikkarte, 16 GB als Mitte, 24 GB für Agenten.
- Noch unklar, was die Aufgabe braucht: erst auf dem vorhandenen Gerät testen, egal welchem. Zwei Wochen mit drei echten Aufgaben zeigen mehr als jedes Datenblatt; wie das geht, steht in der Anleitung «Lokale KI im Betrieb».
Und manchmal lautet die ehrliche Antwort: weder noch. Wer das Modell nur selten braucht oder Spitzenqualität will, fährt mit einem Cloud-Modell einfacher. Unser Kosten-Rechner zeigt, ab welchem Volumen eigene Hardware günstiger wird.
Quellen und Stand
Grafikkartenpreise aus einer Stichprobe vom 17. Oktober 2026 in Schweizer Preisvergleichen, Mac-Preise nach Apple-Listenpreisen Schweiz vom 18. Oktober 2026. Beides ändert sich laufend und ersetzt kein Angebot.